Nach der Auszeit in Jamaika freuen wir uns, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu entdecken. In einer ersten Etappe geht es von Houston, via New Orleans bis nach Orlando. Wir entdecken die Cowboy Kultur, geniessen guten und weniger guten Jazz und machen einen Ausflug auf den Mond.
Bevor es losgehen kann, müssen wir allerdings Beat aus dem Hafen abholen und bei der Zollbehörde vorbei. Unser Hotel haben wir extra so gewählt, dass wir zu Fuss zum Zollgebäude können. Wir stärken uns mit einer Waffel in der Form des Staates Texas und laufen dann los. Allerdings hat es kein Trottoir uns so wird es ein eher ungemütlicher Marsch entlang dem Highway. Etwas nervös betreten wir das Glashochhaus, in welchem sich die Zollbehörde befindet. Denn uns fehlt ein wichtiges Dokument, welches wir für den temporären Import des Fahrzeugs benötigen. Unser Agent in Argentinien hat vergessen dieses zu beantragen und die Behörden arbeiten sehr langsam. Vor Ort stellt sich dann zum Glück heraus, dass wir uns zu viele Sorgen gemacht haben. Der Zöllner stempelt unsere «Arrival Notice» und meint, das wäre alles was wir benötigen. Etwas ungläubig stehen wir vor dem Schalter und fragen ihn, ob er sich wirklich sicher ist. «Sure», entgegnet er uns.



Vom Hafen direkt zum Flughafen
Zufrieden und erleichtert setzen wir uns mit dem amerikanischen Pärchen in Verbindung, das ihren Jeep ebenfalls verschifft hat. Sie haben ein Mietauto und nehmen uns am nächsten Tag mit an den Hafen. Es läuft wie am Schnürchen. Auch der Prozess am Hafen ist effizient. Als wir eintreffen erhalten wir innert weniger Minuten das Auslösedokument, müssen dann aber nochmals eine Stunde abwarten, bis die Mittagspause um ist. Als ich Beat in Empfang nehme, sehe ich sofort, dass wieder gestohlen wurde. Was soll’s, damit haben wir gerechnet. Leider kommt dieses Mal noch Vandalismus hinzu. Die Diebe haben sich mit Gewalt versucht Zugang zu verschaffen und dabei das Dachfenster, das Schloss der Hintertüre und das Seitenfenster beschädigt. Erfolgreich waren sie schliesslich über das Seitenfenster. Gestohlen wurden Bryans Kleider, Wanderschuhe, alle unsere Werkzeuge, ein Zelt und unser Nummernschild. Trotz Diebstahl sind wir zufrieden, dass wir Beat so schnell auslösen konnten und fahren schnurstracks zum Flughafen. Dort kommt in wenigen Stunden mein Mami an. Sie reist die nächsten drei Wochen mit uns mit.


Rodeo und gutes Essen in Houston
Es gibt Städte, in welchen man sich sofort wohl fühlt. Houston ist so eine. Nachdem wir Mami am Flughafen abgeholt, und wegen unseres gestohlenen Nummernschildes fast abgeschleppt worden wären, quartieren wir uns in einem AirBnB im Museumsviertel ein. Beat ist an der Strasse parkiert. Unser Host versichert uns, dass es ein sehr sicheres Viertel sei und wir uns keine Sorgen machen müssen. Restaurants und Museen sind in Gehdistanz. Die Lage ist perfekt. Wir verbringen die nächsten beiden Tage hier und feiern unter anderem meinen Geburtstag. Wir besuchen die Color Factory und natürlich auch den landesweit bekannten Rodeo. Leider ist es nicht mehr möglich Tickets für die Abendveranstaltungen zu ergattern, aber auch die «Chilbi», Tierausstellung und Messe geben uns einen guten Einblick in die Cowboy-Kultur.














Auf in die Stadt des Jazz
Von Houston aus geht es weiter nach New Orleans. Da es doch fünfeinhalb Stunden Fahrt sind, schlafen wir unterwegs einmal, bevor wir uns auf einem RV-Park einquartieren. Da Mami ihren Mietcamper erst in Orlando erhält, übernachtet sie einige Nächte im Zelt, welches wir in Houston gekauft haben. Den ersten Tag verbringen wir an der weltbekannten Bourbon-Street. Wir flanieren durch die Gassen, bewundern die geschichtsträchtigen Gebäude und beobachten den Trubel. Und natürlich probieren wir auch die typischen Südstaaten-Gerichte. Der perfekte Abschluss bietet schliesslich ein Live-Konzert vor dem Jazz Museum. Leider beginnt es dann aber zu regnen und so flüchten wir in ein Restaurant. Am zweiten Tag geht es in den Garden District. Bekannt ist dieser für seine schönen Südstaaten-Villen sowie die rundherum gelegenen Shops und Restaurants. Am Abend wollen wir nochmals Jazz hören. Nach der Empfehlung unserer Uber-Fahrerin besuchen wir die Frenchman-Street. In der ersten Bar, bluten uns aber die Ohren. Wir stellen fest: Free Jazz ist nicht unser Ding. Zum Glück finden wir dann aber noch eine Bar in welcher zwei super Bands spielen. Ein versöhnlicher Abschluss.








Cape Canaveral – Ein Ausflug auf den Mond
Auch von New Orleans nach Orlando ist es wieder eine lange Fahrt. Wir durchqueren die prägnanten Sumpflandschaften und fahren scheinbar endlos der Küste entlang, bis wir schliesslich nach zwei Tagen in Orlando ankommen. Dort holen wir als erstes Mamis Camper ab. Der bunt bemalte Ford namens Kroki wird ihr Zuhause für die nächsten zehn Tage. Wir schlafen am Meer direkt vor Cape Canaveral und besuchen am nächsten Tag das Weltraumfahrt-Zentrum. Die ausgestellten Raketen und Installationen sind beeindruckend und wir lernen so einiges über die Entwicklung und Geschichte der amerikanischen Raumfahrt. Nach fast fünf Stunden sind wir aber fix und fertig und freuen uns auf einen ruhigen Abend. Nächster Stopp: Miami








