Auf den Spuren der Indianer

Nach einer Woche im zauberhaften Utah geht es weiter in das Gebiet der Navajo Indianer. Wir besuchen Mesa Verde, das Monument Valley sowie den berühmten Horseshoe Bend. Danach zieht es uns in die eindrucksvollen Canyons der USA.

Als wir im Mesa Verde National Park eintreffen, erfahren wir, dass der grösste Teil des Parks geschlossen ist. Gemäss dem netten älteren Herr im Visitor Center konnte die Renovation der Strasse nicht wie geplant fertiggestellt werden und es mangelt an Personal. Daher sind Führungen durch die Bauten in den Felsen nicht möglich und nur ein Drittel ist geöffnet. Da wir den Nationalpark-Pass haben, entscheiden wir trotzdem einen halben Tag im Park zu verbringen. Wir fahren die Aussichtspunkte ab und betrachten die in die Felsen gebauten Häuser aus der Ferne. Die Magie dieses Ortes kommt so aber leider nicht wirklich zum Ausdruck. Dafür sehen wir auf einem kurzen Spaziergang eine wunderschöne Echse. Unser Highlight. Danach geht es weiter auf einen wilden Campingplatz, wo wir ein riesiges Lagerfeuer machen und den Abend ausklingen lassen.

Faszinierendes Monument Valley

Auf das Monument Valley freue ich mich besonders. Denn dieses habe ich als Kind schon einmal besucht und war damals vor 20 Jahren hell begeistert. Vorher machen wir aber noch einen Abstecher ins Valley of the Gods. Es gilt als der kleine Bruder des Monument Valleys. Der Zutritt ist frei und eine Panoramastrecke inklusive Wildcamping-Plätzen führt durch die wunderschöne Landschaft. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir campen in der Mitte der Strecke und beobachten, wie sich die Felsformationen mit dem Sonnenuntergang verfärben. Am nächsten Morgen fahren wir dann den Rest der Naturstrasse. Wenn es nicht regnet ist diese auch mit unserem Fahrzeug gut befahrbar und ein Abstecher lohnt sich definitiv.

Nun geht es weiter ins echte Monument Valley. Da der Park im Navajo Gebiet liegt ist der Nationalpark-Pass nicht gültig. Der Eintritt ist mit acht Dollar pro Person unserer Meinung nach jedoch sehr fair und die Dame am Gate super freundlich. Eigentlich sind Wohnmobile auf dem Loop-Drive nicht erlaubt, aber da Beat hier in den USA zu den kleinsten Ausführungen gehört und wir zuversichtlich sind, dass wir die Naturstrasse fahren können, erhalten wir die Erlaubnis. Zuvor spazieren wir noch zwischen den Formationen hindurch und warten bis das Licht etwas weicher wird. Etwa um vier Uhr starten wir dann den Loop. Dieser hat es in sich. Die Strasse ist sehr sandig, teilweise steinig und steil. Zudem bläst ein starker Wind. Beim dritten Aussichtspunkt vergisst Bryan die Türe festzuhalten und wir erleben, wie viel Kraft der Wind hat. Die Aufhängung der Türe reisst aus. Etwas geschockt fahren wir weiter und hoffen, dass nicht noch weitere Unglücke passieren. Als wir den asphaltierten Parkplatz nach einer steilen Auffahrt mit herausfordernden Bodenwellen erreichen, sind wir heilfroh. So schlecht hätten wir den Strassenzustand nicht erwartet.

Monsterwanderung im Grand Canyon

In dieser Region der USA reiht sich eine Sehenswürdigkeit an die nächste. Man weiss gar nicht, wie man all diese Eindrücke verarbeiten soll. Trotzdem geniessen wir jede Minute, die wir in diesen surrealen Landschaften verbringen können. Nach einer dreieinhalb stündigen Fahrt erreichen wir den Grand Canyon. Und wir ergattern uns sogar ein Plätzchen auf dem Campground im Nationalpark. Jemand hat spontan abgesagt und wir können erben. Das ist perfekt, denn am nächsten Tag steht eine Monsterwanderung auf dem Programm. Vom Camping aus können wir bequem mit dem Shuttlebus hin- und zurück.

Der Grand Canyon schlägt alle Rekorde. Er ist 450km lang, an der tiefsten Stelle 1800 Meter tief und mehr als 10 Millionen alt.

Um 09:00 geht es mit dem Bus los zum Ausgangspunkt des South Kaibab Trails. Von dort aus wandern wir hinunter bis zum Colorado River. Der Weg führt steil und über unzählige Treppenstufen hinunter in den Canyon. Wie so oft waren die Bewilligungen für die Übernachtung im Tal nicht mehr verfügbar und so steigen wir am gleichen Tag hinab und wieder hinauf. Immer wieder kommen wir an den Warntafeln vorbei, welche von unserem Vorhaben abraten. Aber mittlerweile wissen wir, dass Amerikaner unter wandern etwas anderes verstehen als Schweizer und wir sind optimistisch, dass wir die 27km lange Wanderung mit einem Höhenunterschied von 1600 Metern schon irgendwie überleben werden. Damit wir nicht den gleichen Weg hochsteigen müssen wandern wir im Tal noch etwas dem Colorado River entlang und nehmen dann den Bright Angel Trail. Dieser ist wunderschön. Gemäss Auskunft der Locals hat es dieses Jahr deutlich mehr geregnet als normal und daher blüht alles. So grün hätten wir es nicht erwartet. Beeindruckend sind auch die Temperaturunterschiede. Im Tal ist es brütend warm, auf dem Rim dafür kühl und windig. Nach acht Stunden erreichen wir müde aber zufrieden den Kraterrand. Der Aufstieg hat uns weniger Mühe gemacht als gedacht. Dank den unzähligen Wanderungen in der Höhe in Südamerika sind wir optimal vorbereitet.

Via Horseshoe Bend in den Bryce Canyon

Als nächstes steht der Bryce Canyon auf der Liste. Auf dem Weg dahin machen wir noch einen Stopp beim Horseshoe Bend. Der Colorado River hat eine hufeisenförmige Schneise aus dem Gestein geschnitten, welche von einer Aussichtsplattform aus perfekt betrachtet werden kann. Unglaublich wozu die Natur fähig ist.

Nach diesem kurzen aber eindrucksvollen Stopp geht es in die Höhe. Der Bryce Canyon liegt auf 2400 bis 2700 Metern und ist bekannt für seine Hoodoos. So werden die Sandstein-Türmchen genannt, welche sich zu tausenden aneinander reihen. Auch hier möchten wir die verschiedenen Bereiche des Parks wieder zu Fuss entdecken. Wir unternehmen zwei Wanderungen und fahren mit Beat noch den obligaten Loop-Drive. In vielen Bereichen des Parks liegt noch Schnee und in der Nacht sinkt die Temperatur bis auf 4 Grad. Wir sind froh, dass wir in Beat eine Heizung haben und im warmen Bus frühstücken können. Dies skurrile Landschaft und die schiere Menge der Hoodoos haben uns sehr beeindruckt.

Ein gelungener Abschluss im Zion Canyon

Zum Abschluss dieses Nationalpark-Marathons fahren wir noch zum Zion Nationalpark. Vorab haben wir an der Lotterie teilgenommen und uns ein heiss begehrtes Ticket für den Angels Landing Trail ergattert. Dieser führt über eine Steinkrete zu einem Ausgangspunkt über den Canyon. Um dort hinzugelangen, muss man definitiv schwindelfrei sein. Links und rechts geht es jeweils hunderte Meter in die Tiefe und an einigen Stellen ist etwas Klettergeschick gefragt. Insgesamt ist der Trail aber gut machbar. Weitere Wanderungen können wir hier leider nicht unternehmen, da der Wasserstand des Flusses so hoch ist, dass viele Wege gesperrt sind. Es geht weiter in Richtung Las Vegas.

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