Von Vegas ins vielfältige Kalifornien

Von den wunderbaren Canyons geht es weiter durch die Wüstenlandschaft rund um Vegas in das vielfältige Kalifornien. Wir schwitzen im Death Valley, bestaunen die Mammutbäume im Sequoia Nationalpark, wandern im Yosemite, kämpfen uns durch einen Schneesturm beim Lake Tahoe und lassen es uns gut gehen in der Weinregion. Und das alles in zwei Wochen.

Nach den wunderbar sonnigen Tagen in und um Utah geht es weiter in Gebiete wo extreme Hitze herrscht. Nicht gerade optimal, mit einem Van ohne Klimaanlage. Zur Akklimatisierung fahren wir als erstes in einen weniger bekannten State Park etwas ausserhalb von Vegas. Dieser wurde uns von zwei Locals empfohlen. Ironischerweise nennt sich der Park, in welchem es ordentlich heiss wird, Snow Canyon. Er bietet wunderbare Ausblicke auf rostrote, zusammengefaltete Steinformationen sowie Lavatunnels. Danach geht es weiter ins Valley of Fire. Ihr ahnt es, jetzt wird es richtig heiss. Vegetation gibt es in diesem Gebiet nicht mehr wirklich. Wo man hinschaut sieht man nur Staub und Gestein. Wir schlafen auf einem Felsvorsprung, neben dem Eingang. Es herrschen Temperaturen um die 35 Grad, auch noch abends um neun. Nach mehreren Stunden hin und her wälzen schlafen wir gegen Mitternacht endlich ein.

Ein super Alternative zur berühmten «The Wave»

Einen Besuch im Valley of Fire wollten wir uns nicht entgehen lassen, da wir bei der Lotterie für «The Wave» in Arizona kein Glück hatten. Hier soll es ebenfalls eine versteinerte Welle geben sowie schöne Schluchten. Und wir werden nicht enttäuscht. Ein kurzer Spaziergang führt uns zur Feuerwelle und danach durch die durch das Wasser ausgewaschenen Schluchten. Dank den überall platzierten Hitzewarnungen sind nur wenige Touristen unterwegs und wir haben dieses Naturspektakel fast ganz für uns alleine. Ein sehr lohnenswerter Besuch abseits der ausgetretenen Touristenpfade.

Vegas Baby

Nach zwei heissen und praktisch schlaflosen Nächten freuen wir uns auf ein klimatisiertes Zimmer in Las Vegas. Wir haben beschlossen für einmal nicht in Beat zu schlafen und uns etwas Luxus zu gönnen. Das Zimmer im Luxor ist schön und die Anlage genau so kitschig wie wir uns das vorgestellt haben. Wir verspielen je 50 Franken im Casino, beobachten die kuriosen Gestalten, baden im viel zu warmen Pool und trinken masslos überteuerte Cocktails. Halt, was man in Las Vegas so macht. Nach zwei Tagen, haben wir es allerdings gesehen und ziehen weiter ins Death Valley, wo wir den Hitzerekord in Beat aufstellen.

Brutale Hitze und ein platter Reifen im Death Valley

Als wir ins Death Valley reinfahren merkt man mit jedem Meter welcher ins Tal hinunterführt wie es immer heisser wird. Unser Ziel ist der tiefste Punkt. Dieser liegt 85,5 Meter unter dem Meeresspiegel. Wir treffen um acht Uhr abends ein. Die Sonne ist bereits untergegangen. Trotzdem ist es immer noch 43 Grad. Wir unternehmen einen Spaziergang auf der Salzwüste. Es fühlt sich ein wenig an, wie eine riesige Herdplatte. Die ganze Hitze scheint im Boden gespeichert zu sein. Eine Abkühlung ist nicht in Sicht. Als wir zu Beat zurückkehren zeigt unser Bordcomputer 46 Grad an. Hier können wir nicht schlafen. Es geht hinauf in die Hügel, die das Todestal umgegeben. Auf 1200 Metern ist die Temperatur um zehn Uhr Abends auf 28 Grad gesunken. Das fühlt sich im Vergleich direkt angenehm kühl an. Auf dem Weg zu einem Aussichtspunkt am nächsten Tag passiert dann das, was man sich bei 40 Grad im Schatten nicht wünscht. Wir haben einen platten Reifen. Zum Glück sind wir mittlerweile so geübt im Reifenwechseln, dass das Ersatzrad in wenigen Minuten montiert ist. Eins ist aber klar, wir benötigen dringend neue Reifen. Etwas ausserhalb des Death Valleys erhalten wir eine super Beratung und finden die perfekten neuen Reifen.

Die ältesten Bäume der Welt

Nach so viel Sand, Gestein und Wüste ist unser nächstes Ziel genau das Richtige. Auf dem Programm steht der Besuch des Sequoia Nationalparks. Die dort wachsenden Mammutbäume (Sequoia) sind bis zu 3000 Jahre alt und können einen Durchmesser von rund acht Metern erreichen. Auf der Miniwanderung durch diesen uralten Wald kommen wir uns richtig klein vor. Viele der Bäume wurden vom Blitz getroffen und sind innen hohl. In ihrem Stamm könnte man gut eine Einzimmerwohnung einrichten. Einmal mehr unglaublich, zu was die Natur fähig ist.

Über Umwege in den Yosemite Nationalpark

Da es diesen Winter extrem geschneit hat können wir nicht durch den Sequoia Nationalpark in den Yosemite Park reinfahren. Grosse Teile des Yosemite sind immer noch gesperrt, da die Strassen noch schneebedeckt, durch umgefallene Bäume versperrt oder zerstört sind. Über eine Extraschlaufe erreichen wir den Park dennoch. Wir unternehmen eine Wanderung auf dem Mist-Trail. Dieser führt vorbei an zwei Wasserfällen und bietet tolle Ausblick auf den Park. Normalerweise wird man hier vom feinen Nebel der Wasserfälle angenehmen erfrischt. Aktuell hat es jedoch so viel Wasser, das es eher einer Dusche gleicht. Wir sind von Kopf bis Fuss klatsch nass. Den Half-Dome können wir nicht erklimmen, da auch dieser wegen zu viel Schnee und Eis immer noch gesperrt ist. Daher entscheiden wir uns, bereits nach zwei Tagen weiterzufahren.

Schneegestöber beim Lake Tahoe

Durch die Wälder und Bergdörfer von Kalifornien geht es schliesslich zum Mono Lake. Dieser liegt fast auf 2000 Metern Höhe und in der Nähe eines Skigebiets. Bekannt ist er für seine schöne Farbe und die Kalk-Türmchen die aus dem See herausragen. Diese entstanden, weil in der Vergangenheit zu viel Wasser für die Wasserversorgung der grossen Städte abgeführt wurde. Folglich sank der Wasserspiegel drastisch, der Salzgehalt stieg an und die Kalktufas formierten sich. In der Zwischenzeit hat sich der Wasserspiegel wieder reguliert, zurück bleiben die markanten Tufa-Türmchen. Im Hintergrund dieser faszinierenden Kulisse ragen schneebedeckte Berge in den Himmel. Die ganze Region ist wunderschön. Wir geniessen einen sonnigen Tag bevor es weiter geht zum grössten Bergsee in Nordamerika. Während der Fahrt schlägt das Wetter plötzlich drastisch um. Der Horizont verdunkelt sich und es fallen dicke Schneeflocken vom Himmel. Innert weniger Minuten ist die Strasse komplett schneebedeckt. Der Pick up vor uns schlittert über die Strasse. Er scheint Sommerreifen zu haben. Wir sind heilfroh über unsere neuen Alljahres-Reifen und meistern diesen Wetterumschwung ohne Probleme.

Via Lake Tahoe in die Weinregion

Nach einer Umrundung des Sees inklusive Spaziergang geht es direkt weiter in die Weinregion von Kalifornien. Da wir die USA nach 90 Tagen wieder verlassen müssen, können wir uns leider nicht mehr ganz so viel Zeit lassen. Das bekannteste Weingebiet ist das Napa Valley. Wir besuchen jedoch zwei kleinere Gebiete: das Sonoma Valley und Lodi. In Sonoma haben wir eine Weinprobe auf einem Familien-Weingut reserviert. Mit Blick auf die Rebfelder geniessen wir verschiedene Weissweine und Rotweine. Mittlerweile hat sich das Wetter wieder beruhigt und wir sitzen im T-Shirt an der Sonne. Ein perfekter Nachmittag. Am besten geschmeckt hat uns der Gewürztraminer und so geht es mit einer Flasche im Gepäck weiter nach Lodi zur Michael David Winery. Diese ist deutlich grösser und produziert super leckeren Cabernet Sauvignon und Zinfandel. Bei jedem Wein ist sich Bryan sicher, dass dieser noch besser ist als der zuvor. Wir scheinen unser Lieblingsweingut gefunden zu haben. Generell können wir die Weinregion Lodi nur empfehlen. Die Wein-Tastings sind deutlich günstiger als in Sonoma oder Napa und der Wein mindestens gleich gut. Nächster Stopp: Crater Lake

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