Einmal quer durchs Landesinnere

Von Nashville aus arbeiten wir uns einmal quer durchs Landesinnere der USA. Wir fahren hoch nach Chicago und dann westlich bis nach Utah. In Iowa und Nebraska gibt es so gar nichts zu sehen und so freuen wir uns umso mehr auf die spektakuläre Natur in Utah.

Die Fahrt von Nashville nach Chicago ist alles andere als angenehm. Denn unsere Start- und Performance-Probleme haben sich leider trotz mehreren Besuchen bei Mechanikern und dem Austausch diverser Teile nicht verbessert. Auf der Autobahn kurz vor Chicago beginnt es zu schneien und Beat reagiert sehr schlecht auf die Kälte. Immer wieder geht der Motor im Stau einfach so aus. Wir retten uns mit Ach und Krach von der Autobahn und schleppen uns zu einem Mechaniker.

Mittelamerikanische Gastfreundschaft in Chicago

Den Mechaniker Wilson haben wir wie immer auf iOverlander gefunden. Zum Glück. Denn am nächsten Morgen lässt sich Beat gar nicht mehr starten. Nur mit Starting-Spray und nach etlichen versuchen springt er an. Zum Glück sind alle Mechaniker aus Honduras und El Salvador und vertraut mit unserem Fahrzeugtyp. Sie justieren die Kupplung, reinigen das AGR und die Drosselklappe, ersetzen einen Sensor und stellen unsere Handbremse wieder ein. Gerne hätten sie auch noch mehr geholfen, aber leider sind keine Ersatzeile verfügbar und auf Verdacht etwas bestellen macht keinen Sinn. Doch mit dieser Verbesserung sind wir für den Moment zufrieden und zuversichtlich, dass wir wieder einige Kilometer zurücklegen können. Nach drei Tagen sind wir wieder auf der Strasse. Am letzten Abend stossen wir noch mit der ganzen Crew an, so wie sich das in Mittelamerika gehört. Wir sind heilfroh, dass wir diese Garage gefunden haben und Chicago trotz Autostress einigermassen geniessen konnten. Wie immer lenken wir uns mit gutem Essen und Sightseeing ab.

Die langweiligste Fahrt der ganzen Reise

Weiter geht es nach Colorado. Die Fahrt dahin gestaltet sich extrem langweilig. Denn in Iowa und Nebraska gibt es wirklich nichts zu sehen. Die Staaten sind so unspektakulär, dass eine Autobahnbrücke als Sehenswürdigkeit aufgeführt wird. Links und rechts hat es nichts als abgemähte Felder und Kornspeicher. Das Wetter ist grau und die Autobahn trist. Nach etwas mehr als zwei Tagen treffen wir endlich in Denver ein. Geplant war ein Besuch im Rocky Mountain Nationalpark. Aber aufgrund des Schlechtwetter-Einbruchs ist der ganze Park geschlossen. In den letzten Tagen hat es so heftig geschneit, dass die Strassen nicht befahrbar sind. Und es sieht nicht so aus, als würde sich das Wetter innerhalb der nächsten Tage verbessern. Daher entscheiden wir kurzerhand, direkt weiterzufahren in Richtung Utah. Auf dem Weg gönnen wir uns noch etwas Entspannung in Glennwood Springs und bestaunen die Berge aus der Ferne. Immerhin!

Spektakuläres Utah

Als erstes steht in Utah der Canyonlands Nationalpark auf dem Programm. Dieser besteht aus drei verschiedenen Sektoren und bietet unglaublich viel zu entdecken. Das Land rund um den Nationalpark gehört dem Staat und ist daher perfekt für Wildcamping. Wir finden einen wunderschönen Platz, welcher nur einige Kilometer entfernt ist vom Eingang zum Island in the Sky Sektor. Dort wollen wir am nächsten Morgen den Sonnenaufgang beim Mesa Arch geniessen. Wir stehen um 04:00 auf und wandern zum weltbekannten Steinbogen. Es ist eisig kalt und fast noch komplett dunkel. Frierend warten wir gemeinsam mit einer Handvoll weiteren Frühaufstehern auf die Sonne. Diese scheint bei Sonnenaufgang direkt durch den Bogen und taucht diesen in warmes oranges Licht. Es sieht einfach nur magisch aus. Dafür hat sich das Frühaufstehen definitiv gelohnt.

Wandern im Needle District

Am nächsten Tag geht es weiter in den Needle District. Dieser gehört ebenfalls zum Canyonlands Nationalpark, wird aber deutlich weniger besucht. Auch hier scheint die Landschaft wie von einem anderen Planeten. Wir wandern durch enge Canyons, vorbei an unendlich vielen Steinsäulen und kuriosen Felsformationen. Unterwegs treffen wir nur auf ein paar wenige Wanderer und geniessen diese spektakuläre Landschaft. Am Abend geht es zurück zu unserem wilden Stellplatz, welcher sich ebenfalls in Mitten der Natur befindet. Utah, du hast uns verzaubert.

Noch mehr Highlights im Arches Nationalpark

Und es geht bombastisch weiter. Nach zwei Tagen im Canyonlands Nationalpark sowie einem kurzen Abstecher in den Dead Horse Point State Park besuchen wir den Arches Nationalpark. Aufgrund seiner Popularität muss vorab ein Zeitslot reserviert werden. Wir dürfen einmal um 14:00 Uhr reinfahren und am nächsten Tag um 13:00 Uhr. Danach darf man so lange bleiben wie man möchte. Am ersten Tag fahren wir ganz ans Ende des Parks und wandern zum Double O Arch. Auf dem Rückweg besuchen wir zum Sonnenuntergang noch den Delicate Arch. Er ist der berühmteste Bogen im Park, aufgrund seiner ausgestellten Lage. Ein kurze aber steile Wanderung bringt einen auf den Felsen, auf welchem er thront. Als wir den Park verlassen ist es bereits dunkel. Müde aber zufrieden fahren wir zu unserem Schlafplatz etwas ausserhalb des Parks.

Mehr als 2000 Bögen befinden sich im Arches National Park. Etwa 20 davon haben wir in zwei Tagen besucht.

Am nächsten Tag fahren wir in einen abgelegenen Teil des Parks. Die Zufahrtstrasse ist nicht asphaltiert und etwas rau. Daher verirren sich nur wenige Besucher in diesen Teil. Wir wandern zum Tower Arch und treffen unterwegs auf eine geführte Gruppe. Der Guide ist von Aarau und empfiehlt uns weiter hochzuklettern. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen. Innerhalb von wenigen Minuten erreichen wir die Spitze der skurrilen Felsformation und haben einen fantastischen Blick. Danach geht es zurück zum Parkplatz. Wir gönnen uns ein Panaché bevor wir die letzten Bögen in Angriff nehmen. Diese befinden sich wieder in einem populären Teil des Parks. Mittlerweile ist es aber bereits wieder Abend und so halten sich die Massen in Grenzen. Der Park hat uns sehr beeindruckt und bietet einen guten Mix. Man kann längere Wanderungen unternehmen oder auch nur die Bögen besuchen, welche Nahe bei der Strasse sind. Am schönsten ist es aber unserer Meinung definitiv weit weg von der Strasse, wo keine asphaltierten Wege hinführen.

2 Antworten auf „Einmal quer durchs Landesinnere

  1. chefintravels
    Avatar von Yvonne von ChefinTravels

    Wundervoller Bericht! Die Gegend ist wirklich traumhaft schön👍. Ich plane gerade einen Winter-Roadtrip in der Gegend um Denver und hatte kurz überlegt ab Chicago zu fahren. Nach Eurem Bericht werde ich das jetzt aber nicht machen. Vielen Dank hierfür, das wären zwei verschenkte Tage gewesen. 👍🙂

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    • Bianca
      Avatar von Bianca

      Die Gegend ist wirklich der Hammer. Ja das macht mehr Sinn. Rund um Denver herum muss es auch wunderschön sein und Utah kann fast nichts toppen. Viel Spass auf dem Roadtrip. Wird sicher toll ☺️ Falls du Fragen hast oder Tipps brauchst kannst du dich gerne bei uns melden.

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